September 2017

Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung – 4 Erfolgsfaktoren für die Durchführung

Alexandra Gerstner

Bevor Sie mit der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung in Ihrem Unternehmen starten, holen Sie sich unbedingt die Zustimmung der Geschäftsführung und der betrieblichen Interessenvertretung. Denn bereits mit der Ankündigung des Vorhabens wecken Sie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Erwartungen. Erwartungen, dass Arbeitsbedingungen endlich verbessert werden. Erwartungen, dass Lösungsideen ernst genommen und umgesetzt werden.

Wenn Analyseergebnisse nicht weiter bearbeitet werden und ohne Kommentar in der Schublade liegen bleiben, können Sie davon ausgehen, dass sich dies negativ in das kollektive Erfahrungsgedächtnis des Unternehmens einbrennt. Damit Ressourcen zielführend eingesetzt werden, ist eine klare Struktur und ein verbindliches Vorgehen bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung unabdingbar.

Strukturen schaffen

Damit es nach der Analyse weiter geht, brauchen sie das Commitment und einen Auftrag der Geschäftsführung. Denn nach der Analyse fängt die Arbeit in der Regel erst richtig an. Sie benötigen personelle und finanzielle Ressourcen, um strukturelle und bereichsübergreifende Themen anzugehen. Klären Sie die Ressourcen, Rollen und Aufgaben der Beteiligten im Prozess.

Definieren Sie einen verbindlichen Prozess, in dem von Anfang an die handelnden Personen benannt sowie die einzelnen Schritte und geplanten Termine kommuniziert werden. Planen Sie ausreichend Zeit ein. Die Erfahrung zeigt, dass eine gute Vorbereitung und die damit verbundenen Abstimmungsprozesse rund drei Monate dauern.

Transparenz und Kommunikation fördern

Um eine Akzeptanz des Verfahrens bei Mitarbeitenden und Führungskräften zu erreichen, ist klar zu kommunizieren, wer welche Informationen erhält und was mit den Ergebnissen aus der Analysephase geschieht. Beschreiben Sie ganz konkret, wie die weitere Arbeit mit den Analyseergebnissen und Lösungsideen gestaltet wird. Berichten Sie regelmäßig über Erfolge und machen Sie transparent, welche Themen noch offen sind und was weiter dazu geplant ist.

Beim Einsatz von schriftlichen Befragungsinstrumenten ist der Aspekt der Anonymität von Befragungsergebnissen äußerst sensibel zu behandeln.

Partizipation ermöglichen

Führungskräfte haben bei der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung eine besondere Rolle. Sie sind Mitgestalter des Prozesses in ihren eigenen Arbeitsbereichen und unterstützen die Implementierung von Maßnahmen.

Bei der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung werden die Arbeitsbedingungen genau analysiert. Dies berührt unmittelbar auch das Führungsverhalten. Es braucht einen geschützten Rahmen, damit Führungskräfte sich offen und konstruktiv mit den Ergebnissen auseinander setzen können. Begleitende Maßnahmen wie beispielsweise Workshops, Coaching oder kollegiale Beratung unterstützen im Reflexionsprozess.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind als Experten aktiv am Prozess zu beteiligen. Nur so ist es möglich, passgenaue Maßnahmen zu entwickeln und echte Verbesserungen zu ermöglichen. Handlungs- und Entscheidungsspielräume wirken sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit und das Wohlbefinden aus. Und gemeinsam entwickelte Maßnahmen stärken darüber hinaus die Zusammenarbeit im Team. Manchmal steht die Befürchtung im Raum, dass Mitarbeiter sich „das Blaue vom Himmel“ wünschen könnten. Die Erfahrung zeigt das Gegenteil: Ideenreichtum, realistische Lösungsvorschläge und pragmatische Maßnahmen.

Nachhaltigkeit sichern

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein Prozess – das leitet sich aus § 3 des Arbeitsschutzgesetzes ab. Die Erfüllung der gesetzlichen Anforderung ist aus meiner Sicht allerdings zweitrangig. Vielmehr bietet die Implementierung eines strukturierten Vorgehens die Chance, psychische Belastungen rechtzeitig zu erkennen und Arbeitsbedingungen gesund zu gestalten.

Um die Erfolge langfristig zu sichern, ist die Wirksamkeit auf zwei Aspekte hin zu überprüfen. Sowohl die konkreten Ergebnisse als auch der Prozess sind unter die Lupe zu nehmen. Prüfen Sie, ob die abgeleiteten Maßnahmen umgesetzt werden und zum beabsichtigen Erfolg führen. Kommunizieren Sie Erfolge und mögliche Stolpersteine. Ermöglichen Sie, dass die Beteiligten voneinander lernen können und machen Sie den Nutzen der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung an konkreten Ergebnissen nachvollziehbar.

Überprüfen Sie, welche Schritte im Gesamtprozess bereits rund laufen und justieren Sie dort nach, wo Verbesserungspotenzial besteht. Für den nächsten Durchlauf vereinbaren Sie ganz konkret, was Sie anders machen werden.

Legen sie fest, zu welchem Zeitpunkt oder bei welchen Anlässen Sie die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung fortschreiben.

 

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Und wenn Sie mehr über die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung erfahren möchten, sprechen Sie mich gern an oder besuchen Sie mein Seminar bei der Handelskammer Hamburg. Die nächsten Termine finden Sie hier.

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